01. April 2025

Aufbruch-Stimmung: VolkswagenStiftung fördert zwei Projekte an der Uni Bonn Aufbruch-Stimmung: VolkswagenStiftung fördert zwei Projekte an der Uni Bonn

Förderung über je rund 300.000 Euro für Forschung im Bereich der queeren islamischen Theologie und kulinarischer Sensorik

Gleich zwei Projekte der Universität Bonn erhalten im Rahmen des Aufbruchs-Programm der VolkswagenStiftung eine Förderung über je 300.000 Euro. Die Projekte beschäftigen sich mit queerer islamischer Theologie sowie kulinarischer Sensorik. Ziel der Aufbruch-Förderung ist es, ganz neue Wissenschaftsbereiche zu erforschen.

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Queere islamische Theologie

Queere islamische Theologie stellt die konventionellen Interpretationen des islamischen Denkens in Bezug auf Körper, Geschlecht und Sexualität in Frage. Noch befindet sich dieses Forschungsfeld im Aufbau. „Diese Forschung ist entscheidend, um einen inklusiven theologischen Diskurs zu fördern, sich mit der Lebenswirklichkeit von Queeren Muslim*Innen auseinanderzusetzen und die Kluft zwischen religiöser Tradition und zeitgenössischen Menschenrechtsdiskussionen zu überbrücken“, ist sich Dr. Abdul Basit Zafar, Research Associate am International Center for Comparative Theology and Social Issues (CTSI) der Universität Bonn sicher.

Mithilfe der Aufbruch-Förderung in Höhe von 300.000 Euro will Zafar eine queere islamische Theologie systematisch erforschen und etablieren. „Mein Ziel ist es, einen wissenschaftlichen Rahmen zu schaffen, der inklusivere Interpretationen islamischer Texte unterstützt und gleichzeitig mit traditionellen und modernen theologischen Debatten verbunden bleibt.“ Um neue theologische Perspektiven zu entwickeln, nutzt Zafar Methoden aus der vergleichenden Theologie und Textanalysen klassischer islamischer Quellen sowie Erkenntnisse aus dem amerikanischen queer-theologischen Diskurs.

„Die Aufbruch-Förderung stellt uns Ressourcen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Verfügung und ermöglicht es uns, Workshops und wissenschaftlichen Austausch auf internationaler Ebene durchzuführen.“

Kulinarische Sensorik

Die Welt wird digitaler. Wie dieser Prozess Essen und Trinken, Riechen und Schmecken verändern wird, das erforschen Prof. Dr. Jens Schröter, Lehrstuhl für Medienkulturwissenschaft, und Dr. Felix Hüttemann, der zum April 2025 an die Universität Bonn gewechselt ist, im Rahmen der mit rund 278.000 Euro dotierten Förderung. Ihr Projekt zielt darauf ab, das Feld der kulinarischen Sensorik zu etablieren. „Ein Programm wie „Aufbruch“ der VolkswagenStiftung ist viel offener für explorative und experimentelle Ansätze als andere Förderlinien anderer Geldgeber“, freut sich Prof. Jens Schröter, der auch Mitglied in dem Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Individuals and Societies“ ist. „Ein solches Projekt ist nur in dieser Linie möglich.“

Digitale Entwicklungen wie Sensortechnologie, maschinelles Lernen und generative KI machen auch vor unseren Sinnen keinen Halt: Kulinarische Empfehlungen – wie sie zum Beispiel ein Sommelier macht, wenn er einen speziellen Wein für ein bestimmtes Gericht empfiehlt – werden sich, darauf deuten aktuelle Entwicklungen hin, zunehmend auf scheinbar objektive computergestützte Skalierungen und mathematische Mittel stützen, statt auf narrative Beschreibungen, die auf Sinneswahrnehmungen beruhen. Verändert diese neue technologische Prämisse die kulinarisch-sensorische Wahrnehmung des Menschen, nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im täglichen Leben? Wie sinnlich wird die digitale Vermittlung, und wie können die Kulturwissenschaften über dieses Phänomen reflektieren? Diese und weitere Fragen werden Professor Schröter und Dr. Hüttemann mit Expertinnen und Experten aus so verschiedenen Bereichen wie der Kulturgeschichte, Ökotrophologie, Biologie, Psychologie, Informatik, Gastrokritik und Weinwissenschaft (Önologie) in dem Projekt nachgehen.

Aufbruch-Förderung der Volkswagen Stiftung

Mit diesem Programm fördert die VolkswagenStiftung Projekte mit „Aufbruchcharakter“, die nicht nur neue Perspektiven auf bereits bekannte Forschungsgegenstände anbieten, sondern gänzlich neue Forschungsräume und -themen explorieren. Gefördert werden Projektteams von zwei oder drei Forschenden, die über einen Zeitraum von bis zu anderthalb Jahren bis zu 300.000 Euro (zwei Forschende) bzw. bis zu 400.000 Euro (drei Forschende) beantragen können.

Queere islamische Theologie

Dr. Abdul Basit Zafar
Research Associate
International Center for Comparative Theology and Social Issues (CTSI)
Universität Bonn
Tel.: +49 228 73690-21
E-Mail: azafar@uni-bonn.de

Kulinarische Sensorik

Prof. Dr. Jens Schröter
Lehrstuhl für Medienkulturwissenschaft
Universität Bonn
Tel.: 0228/73-4746 (Sekretariat)
E-Mail: schroeter@uni-bonn.de

Dr. Felix Hüttemann
Institut für Medienwissenschaft
Universität Bonn
Email: fhuttema@uni-bonn.de

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