Aufgrund des schlechten Zustands des Gebäudes aus dem Jahr 1926 wurde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW eine Sanierungsstrategie entwickelt und umgesetzt. Dabei wurden auch die technischen Einrichtungen ertüchtigt und Maßnahmen zum Brandschutz umgesetzt. Das komplette Gebäude wurde leergezogen, während der Sanierungsarbeiten wechselten die Mitarbeiter in ein Modulgebäude.
Rund 2.400 Quadratmeter Fläche
Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes wurden 523 Quadratmeter Laborfläche, 292 Quadratmeter Bürofläche, Besprechungs- und Sozialräume sowie ein kleines Gewächshaus saniert. Der Zugang erfolgt nun barrierefrei. Die Studierenden profitieren von einem neu eingerichteten Hörsaal mit 118 Sitzplätzen, zwei Seminarräumen mit jeweils 15 Sitzplätzen und einem multifunktionalen Praktikumsraum mit 30 Arbeitsplätzen. Für den Brandschutz wurde unter anderem eine außenliegende Fluchttreppe als zweiter baulicher Rettungsweg umgesetzt und eine Aufschaltung zur Feuerwehrzentrale installiert.
Heute beherbergt das Gebäude nicht nur die Abteilung Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz, sondern auch die Abteilung Ernährungsphysiologie des Instituts für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften. Derzeit arbeiten rund 70 Personen in dem frisch sanierten Gebäude.
Beschädigung während des Zweiten Weltkriegs
Die Errichtung des Instituts für Pflanzenkrankheiten (Phytopathologie) der Bonner Landwirtschaftlichen Hochschule (später Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn) fällt in die Jahre 1925/1926. Es stellte das erste Hochschulinstitut dieser Art in Deutschland dar. Im Zweiten Weltkrieg hat das Gebäude erhebliche Schäden davon getragen. Beim Angriff auf Bonn am 18. Oktober 1944 hat eine Brandbombe die Laboratorien und den Dachstuhl stark beschädigt. Das Gebäude wurde in dieser Zeit als Heerespostamt der Amerikanischen Besatzungstruppen genutzt und nach dem Krieg in unterschiedlichen Bauabschnitten wieder aufgebaut. In den Folgejahren wurde das Gebäude von verschiedenen Abteilungen wie Mikrobiologie, Entomologie, Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz, Nematologie und molekulare Phytomedizin genutzt.